Team “Schweißtest!” nimmt an Halbmarathon teil – Sponsoren gern gesehen

Halbmarathon am voraussichtlich heißesten Tag des Jahres:

Das Team „Schweißtest!“ (Ärzte der Kinderklinik und des Kompetenzzentrums für Ektodermale Dysplasien am Uni-Klinikum Erlangen) will mit seiner Teilnahme an diesem Lauf auf Menschen aufmerksam machen, die nicht schwitzen können, weil ihnen die Schweißdrüsen fehlen. Grund dafür ist eine angeborene, lebensbedrohliche Krankheit, von der in Deutschland mehr als 2.000 Menschen betroffen sind. Mit Hilfe von Sponsoren soll Geld für die weitere Erforschung einer sehr aussichtsreichen vorgeburtlichen Behandlungsmöglichkeit gesammelt werden, die – weil die Krankheit selten ist – für große Pharmafirmen unrentabel erscheint.

Jeder Läufer sucht deshalb vor dem Lauf möglichst viele Sponsoren, die bereit sind, für jeden von ihm zurückgelegten Kilometer z.B. einen Euro auf das Konto der Selbsthilfegruppe Ektodermale Dysplasie e.V. (IBAN: DE52 2599 1528 5000 2856 00 / Volksbank Hildesheimer Börde / BIC: GENODEF1SLD / Kennwort „Schweißtest“) zu spenden.

Für diesen Zweck werden heftig schwitzen: Dr. med. Nils Gratzki, Dr. med. Volker Melichar und Prof. Dr. med. Holm Schneider.

Wollen Sie einen der drei unterstützen?

https://www.altmuehlseelauf.de/

#EktodermaleDysplasie #Halbmarathon #Spenden #Schwitzen


Kathleen Lake, Yukon, Canada

Irgendwo ziemlich abseits. Die Wahrscheinlichkeit ist durchaus gegeben, aber eher gering, dass hier Rollifahrer*innen wandern gehen. Sie können aber eine tolle Zeit am Ufer des Kathleen Lake verbringen. Und was habe ich hier entdeckt… Vorbildlich gestaltete barrierefreie Toiletten und ein ebenso vorbildlicher Weg vom Parkplatz zu den Klohäuschen. Wie eigentlich überall in Canada. Im Ausstattungsvergleich hängt Deutschland hier noch ziemlich stark hinterher.
Koordinaten: 60.576074, -137.220479
Foto: © Urbanico

Rolli-Toilette am Kathleen Lake im Yukon, Canada

Rolli-Toilette am Kathleen Lake im Yukon, Canada


11. Februar – Europäischer Tag des Notruf 112

In der Bevölkerung ist zwar durchaus bekannt, dass in Deutschland bei einem Unfall, Feuer oder einem anderen medizinischen Notfall der Hilferuf über die 112 abgesetzt werden kann. Bislang eher unbekannt ist aber, dass die 112 europaweit gilt. Also auch im Urlaub in Spanien, Frankreich oder Dänemark kann bei einem Notfall über 112 Hilfe gerufen werden. Seit Ende 2008 ist der Notruf über die 112, der übrigens aus alles Fest- und Mobilfunknetzen kostenlos ist, in allen Ländern der EU möglich.

Leider ist der einheitliche Notruf über die 112 aber immer noch nicht flächendeckend barrierefrei! Hörgeschädigte, schwerhörige oder sprechgeschädigte Menschen können also nicht so ohne weiteres einen Notruf absetzen.

Anfang 2000 wurde der Fax-Notruf eingeführt, der erlaubte, dass technische entsprechend ausgerüstete Notruf-Leitstellen über ein Fax alarmiert werden konnten. Allerdings aber in der Regel über eine “normale” Nummer und nur ganz selten über die 112. Problematisch hier war aber zudem, dass nicht jede Privatperson ein Fax besitzt und dass in einem Notfall erst einmal ein Fax geschrieben werden müsste, oder aber verschiedene vorgefertigte Faxe bereit gehalten werden müssten. Ganz abgesehen davon, dass man in der Regel kein Fax dabei hat wenn man unterwegs ist, etwa beim Wandern oder bei einem Autounfall.

Später kam die Idee auf, dass es auch eine Möglichkeit wäre, über eine SMS einen Notruf absetzen zu können. In der Regel sind die Leitstellen in Deutschland aber technisch nicht in der Lage eine an die 112 gesendete SMS zu verarbeiten. Der Notruf läuft wahrscheinlich in der Regel ins leere. Dass es aber technisch machbar ist zeigt z.B. Irland, wo er SMS-Notruf seit 2012 über die reguläre 112 möglich ist. In Schweden gibt es 18 SOS-Zentren, in denen eine SMS an die 112 verarbeitet wird, wobei man sich in Schweden vorher für den SMS-Notruf registrieren lassen muss.

Letztlich sind technische Gründe aber als sekundär zu betrachten, wenn man Barrierefreiheit ernst nehmen will und die UN-Behindertenrechtskonvention bzw. das daraus entwickelte Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) konsequent umsetzt. Dass der barrierefreie SMS-Notruf technisch möglich ist, zeigen Irland oder Schweden. So liegt es wohl eher am Willen auch in Deutschland eine weitere abzuschaffen. Auch im Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2013 unserer aktuellen Regierung ist in Kapitel 4.4 eine Verbesserung versprochen, mittlerweile haben wir 2015. Und bereits 2012 hat Kanzlerin Merkel in einem Videopodcast einen allgemeinen barrierefreien Notruf versprochen. Allerdings wird hier zum Teil von einer App gesprochen, die aber ein Smartphone benötigt und auch so wieder nicht wirklich barrierefrei von jedem Handy aus möglich ist.

Hinderlich ist auch, dass in Deutschland das Rettungswesen ländersache ist, und so 16 einzelne Suppen gekocht werden und sich die zuständige Innenministerkonferenz einigen muß. Solche wichtigen Themen sollten sine Sache des Bundes sein, aber dies ist ein anderes Thema.

#Notruf #SMSNotruf #112 #Barrierefreiheit

Weblinks:

SMS-Notruf in Irland: www.112.ie/112_SMS_Service/142#.VNs6i-aG_To

SMS-Notruf in Großbritannien: http://www.emergencysms.org.uk/

Video-Podcast der Kanzlerin Merkel zum barrierefreien Notruf: http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BKin/DE/Mediathek/Einstieg/mediathek_einstieg_podcasts_node.html?id=506894

Textform (PDF) des Video-Podcast: http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Podcast/2012/2012-03-02-Video-Podcast/links/download-PDF.pdf;jsessionid=800CF654C88C5B23B7D8D3F1E84D3CF9.s1t2?__blob=publicationFile&v=5


Weiße Striche auf der Straße ?

Hm, was sind denn das für weiße Dinger auf der Straße? Ist das Kunst? Oder was soll mir das sonst sagen?
Vielen denken das vielleicht, wenn sie Blindenleitelemente am Boden sehen. Viele wissen bestimmt nicht, was das ist und wofür es ist.

Sehgeschädigte Menschen, also nicht nur komplett Blinde, sind auf Hilfe angewiesen. Sie nehmen ihre Umwelt zwar verstärkt mit den anderen Sinnen wahr, aber wo sehgeschädigte lang laufen sollen, muss ihnen manchmal “gesagt” werden. Das kann man mit den sogenannten Blindenleitelementen machen. Oft wird das mit diesen weißen Leitelementen am Boden gemacht. Dabei gibt es verschiedene Arten dieser Elemente, die dann dem sehgeschädigten “sagen” was er machen soll, in welche Richtung er laufen soll, oder wo er besonders aufpassen soll.

Nicht immer sind diese Leitelemente weiß. Das ist keine Vorschrift. Die Leitelemente sollen aber “kontrastierend” sein, so dass auch jemand, der noch ein bisschen sehen kann, sich an dem Kontrast “hell-dunkel” orientieren kann und den Weg findet. Da oft dunkler Asphalt vorhanden ist, sind die Leitelemente sinnvollerweise weiß. Haben wir aber einen hellen Bodenbelag, können die Leitelemente aber auch dunkel sein. Die Hauptsache ist, dass ein möglichst guter Kontrast erreicht wird.

Ganz wichtig allerdings ist, dass die Leitelemtente, und damit die Wege, die ein Sehgeschädigter nehmen soll, frei gehalten werden. Immer wieder sehe ich, dass auf diesen Leitelementen Gegenstände abgestellt werden. Oder noch viel schlimmer, knapp daneben. Sind solche Wege mit Leitelementen ausgestattet, verlässt sich der Blinde oder Sehgeschädigte darauf, dass dieser Weg besonders einfach oder sicher ist, und für ihn freigehalten wird. Natürlich gibt es Situationen, in denen muß der Weg besonders markierte Weg unterbrochen oder blockiert werden, z.B. wenn Baustellen notwendig werden.

Bei Baustellen sollte dann aber nicht nur an “sichtbare” Abschrankungen und Umleitungen gedacht werden, sondern auch an die “unsichtbaren” Leitelemente, die dann ebenso um die Baustelle herumgeführt werden müssen. Mein Appell richtet sich aber vor allem an die breite Bevölkerung. Bitte beachten Sie diese weißen Dinger auf dem Boden und blockieren Sie sie nicht.

Durch abgestellte Fahrräder blockierte Blindenleitelemnete

So soll es nicht sein. Durch abgestellte Fahrräder blockierte Blindenleitelemente.

So wie auf diesem Bild soll es nicht sein. Auf dem Bahnhofsplatz in Schwäbisch Gmünd waren Fahrräder so abgestellt, dass das Vorderrad genau auf dem Leitelement steht. Orientiert sich ein Blinder mit dem Langstock, gerät er unter Umständen in die Speichen des Fahrrades; womöglich passiert dadurch mehr und er stürzt. Durch Umsichtigkeit wäre das vermeidbar gewesen, schon durch drehen des Fahrrades wären die Leitelemente frei gehalten worden.


Shitstorm oder wichtige Aufklärung?

Man mag von der Parteienlandschaft in Deutschland halten was man persönlich will. Persönlich halte ich aber die jüngste, ich nenne es mal höflich “Entgleisung”, der AfD‬ für höchst verstörend.

Thomas Hartung (AfD) äußert sich auf seinem Facebbok-Profil beleidigend und diskriminierend über Pablo Pineda. Pineda ist Schauspieler und Lehrer – und hat das Down Syndrom. Die BILD schreibt dazu, Pineda sei damit der erste Lehrer mit Down Syndrom. Dabei ist das nicht ganz richtig. In Biberkor am Starnberger See, so berichtet der Bayerische Rundfunk (http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/down-syndrom-englischlehrer-100.html), unterrichtet Tobias Wolf Englisch, und das wohl recht erfolgreich und zur Zufriedenheit aller.

Was mag nun der Antrieb Hartungs sein, Pablo Pineda in einer absolut untragbaren Art und Weise zu verunglimpfen? Ich möchte nicht darüber spekulieren, aber ich möchte mein absolutes Missfallen kund tun. Hartungs lapidare “Entschuldigung”, die ganze Sache sei wohl missverstanden worden, halte ich für eine billige Ausrede. Ich glaube nicht, dass er seien persönliche Haltung und Ansicht ändert (oder irgend etwas eingesehen hat). Deshalb (auch deshalb) halte ich Ihn und die AfD für, lassen Sie mich sagen, gefährlich. Noch wird die AfD als Splitterpartei am rechten Rand belächelt – und ich hoffe INNSTÄNDIG, dass es nicht bald viel schlimmer kommen wird. Ganz zu schweigen von “solchen Strömungen” in, mittlerweile, dem EU-Parlament.

http://m.bild.de/regional/dresden/alternative-fuer-deutschland/afd-vize-beleidigt-behinderten-36491934,variante=L.bildMobile.html

In diesem Zusammenhang sei hier noch eine Unterhaltung der Bloggerin und Twitter-Koryphäe Julia Probst (@EinAugenschmaus) mit Thomas Hartung zu diesem Thema erwähnt. Hartung versucht hier sich zu rechtfertigen:

http://www.twitlonger.com/show/n_1s27n1o


Ist es schon grün?

Blinde oder sehgeschädigte Fußgänger haben besonders an Ampeln oft Probleme um sicher zu wissen, ob sie Fußgängergrün haben oder nicht. Neben vielen Ampeln, die noch gar nicht mit Blindensignalen eingerichtet sind, gibt es Ampeln, die zwar Blindeneinrichtungen haben, aber dennoch nicht optimal sind. Natürlich ist es immer schwierig ein echtes Optimum für alle Menschen zu erreichen. Mich interessiert es heute an dieser Stelle aber, was sich Blinde bzw. sehgeschädigte als Fußgänger an Ampeln wünschen.

Es gibt zwei Arten der alternativen Anzeige “grün”. Zum einen ist da der Signalton, der akkustisch bekannt gibt, “jetzt ist es grün”.
Zum anderen gibt es das taktile Signal, also eine Vibrationsplatte auf dem Taster, an dem Fußgängergrün angefordert werden kann.

So verschienden die Menschen sind, so verschieden sind auch ihre Vorlieben. In diesem Fall gibt es die Möglichkeit, die Ampeln mit einem Tonsignal auszustatten, mit einer Vibrationsplatte – oder aber mit beidem. Die einen werden sagen, das Tonsignal hilft micht mich zu orientieren und in die richtige Richtung zu laufen, wieder anderen wird ein Tonsignal nichts bringen.

Mich würde es nun freuen, wenn ich Kommentare oder Nachrichten über Erfahrungen und Wünsche bekommen würde.

Danke bereits jetzt für Kommentare und Anregungen an post @ visiob.de


Coca-Cola ‘Freestyle’

Das Restaurant “Five Guys – Eastgate” in Cincinnati, Ohio ist nicht nur (wie in den USA so gut wie überall üblich) barrierefrei zugänglich, es hat auch einen Getränkeautomaten neuester Generation. Mir ist der “Coca-Cola Freestyle” beim Besuch des Burgerrestaurants zum ersten mal begegnet. Die weich geschwungene Form ist ein echter Hingucker! Über den Touchscreen können die verschiedensten Getränke gezapft werden. Aber, im Sinne der Barrierefreiheit das Beste, über in Sitzhöhe angebrachten Schalter kann auch ein Rollstuhlfahrer bequem den Touchscreen “fernsteuern”. In diesem Sinne, toll gemacht Coca-Cola!

Coca-Cola Freestyle

Coca-Cola Freestyle


Doppelt beispielhaft – der Zoo in Cincinnati

Beispielhaft nicht nur im Sinne der sauberen Energieerzeugung mit Photovoltaik sondern auch beispielhaft im Sinne der Barrierefreiheit ist der Parkplatz des Zoo’s in Cincinnati gestaltet. Die Parkplatzfläche ist mit Photovoltaikelementen überdacht, die zum einen Strom erzeugen. Im Sinne der Barrierefreiheit dienst diese Anlage für schattige Parkplätze, die hitzeempfindlichen Menschen ein im Sommer kühles (zumindest kühleres) Auto beschert. In diesem Sinne gibt der Zoo in Cincinnati ein doppelt positives Beispiel! Gut gemacht, weiter so!

Parkplatz des Zoo in Cincinnati

Parkplatz des Zoo in Cincinnati


Cincinnati Museum Center

Ein sehr schönes Museum und beispielhaft im Sinne der Barrierefreiheit. Rollstuhlfahrer können nicht nur alle Bereiche problemlos erreichen, auch die Displays und Szenen sind in der entsprechenden Höhe. Für Sehbehinderte und Bilde gibt es die meisten Erklärungen auch in Braille Schrift! Ganz besonders toll ist das Museum für Kinder gestaltet. Toll, weiter so!

Mehr zum Museum:

http://www.cincymuseum.org

A very nice museum and an example in terms of accessibility. Wheelchair users can easily reach all areas and the displays are at the appropriate height. For the visually impaired and blind the most declarations are also provided in Braille! It’s great especially for children. Great, keep it up!

Cincinnati Museum Center

Cincinnati Museum Center

Cincinnati Museum Center

Cincinnati Museum Center


Fernbuslinien

Zum Jahreswechsel fiel das seit 80 Jahren bestehende Monopol der Bahn.
Bislang galt, wo ein Zug fährt, darf kein (Fern-)Bus fahren. Zumindest was den innerdeutschen öffentlichen Fernverkehr anging.

Das ist nun zum Jahreswechsel hinfällig geworden, das Bahn-Monopol gibt es nicht mehr. Dies hat nun einige Busbetreiber auf den Plan gerufen, die bereits zum Jahreswechsel mit einigen Fernbuslinien starteten. Es ist stark anzunehmen, dass die Zahl der Betreiber, die Linien und die Ziele noch weiter wachsen.

Da Fernbusse preislich eine echte Alternative zur Bahn darstellen und im Fernverkehr wohl auch Ziele anfahren, die ICE & Co. nicht bedienen, stellt das neue Angebot auch für gehbehinderte oder sehbehinderte Menschen ein ernst zu nehmendes Angebot dar.

Wie sieht es aber mit der Barrierefreiheit aus?
visioB versucht das in nächster Zeit näher zu beleuchten und einen Überblick zu geben.